Oh wie schön ist Kanada

03.Dezember 2009

Kanada
Kanadische Urlaubsbilder, die sich aneinander reihen: Aufgeregt im Chrysler Cruiser sitzen und mit Automatikschaltung die ersten Kilometer in die kanadische Weite hineinfahren. Dabei ein zaghaftes Gefühl von Freiheit spüren. Alle zwei Minuten A und O sagen und verzweifelt Parkmöglichkeiten auf dem Seitenstreifen des Highways suchen, um wenigstens einen Bruchteil der Schönheit fotografisch festzuhalten. Sich an der Vollkommenheit der Herbstfarben niemals satt sehen können. Beim Picknick am Waldrand sitzen und über die Schönheit der Landschaft staunen, die sich vor einem ausbreitet. Pfeifen und klappern gegen die Bären. Im Morgenrot am St. Laurence-Strom entlang joggen. Sonnenbaden auf dem Olympia-Gelände von Montreal. Mit zwei Labradorkindern im perfekten Abbild einer nordamerikanischen Fernsehvorstadt spazieren gehen und Smalltalk mit den Nachbarn betreiben. Echten kanadischen Lachs auf einem gigantischen Gasgrill grillen und dazu schweren französischen Rotwein trinken. Montreal zu Fuß erlaufen: Vom Gemüsemarkt zum alten Hafen, vom China- ins Bankenviertel, vom Mont Royal zum Stadtviertel Plateau, wo die Straßen breit und hell sind und die Häuser die typischen Eisentreppen an der Frontseite haben. Mit Antje und Jean kurzzeitig in ihr kanadisches Leben eintauchen und so Kanada noch authentischer erleben. In einem von außen unscheinbaren und von innen charaktervollen Restaurant eines französischen Ehepaars bretonische Crepes speisen. Von der Freundlichkeit der Kanadier überrascht werden, als wir die Rechnung wegen Schwierigkeiten mit der Visa-Karte nicht vollständig bezahlen können. Dankbarkeit und Freude, weil Madame Dylla die fehlenden 10 Dollar einfach auf den Tisch legt und uns somit den nächtlichen Weg zum nächsten Geldautomaten erspart.

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Die Weite der Wälder, Seen und Wiesen einatmen. Stundenlang Wanderpfaden folgen, vorbei an kleinen und großen Seen. Rehfamilien, die sich von Wanderern wie uns nicht stören lassen. Schildkröten, die wir nur auf dem Verkehrsschild gesehen haben. Und vor allem Eichhörnchen und Erdhörnchen, die Nüsse knackend uns betrachten und unter uns im Boden verschwinden, die für Kanadier jedoch nur eine andere Form von Ratten sind. Zwischenstation im Cottage am Ende einer Straße, die in keinem Navigationssystem der Welt zu finden ist: Le chemin Laura Lane. Nicht die Tote aus „Twin Peaks“ sondern Mykas Oma ist hier verewigt. Stundenlang am Ufer des Lac Blanche sitzen und „fern sehen“: Warmes Licht und Ruhe, unterbrochen nur von dem Gegacker der Wildgansschwärme, die in pittoresken Formationen auf dem Weg gen Süden sind. Kurz entschlossen vom Cottage in den See hüpfen und einige Meter schwimmen. Das Gewitter auf der anderen Seeseite vorbeiziehen sehen. Gemeinsames Kochen und gemütliches Essen an der prächtigen Tafel von Myka, Matilda und Jens nach Tagen voller Eindrücke und Wanderungen. Bei stundenlangem Regen im Haus des Rangers picknicken. Die Weiten eines kanadischen Supermarkts durchstreifen und unbekannte Produkten bestaunen.

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15-Dollar-Wein aus der Flasche trinken und auf den künstlichen Kamin unseres Zimmers im Motel „Alpengruß“ schauen. Leckeres Abendessen im alten Bahnhof von Wakefield genießen, bestehend aus Fisch an Süßkartoffelmus und Pasta an Geflügel mit Wildbeerensorbet. Den Lac Philippe umwandern, danach in der warmen Herbstsonne sonnenbaden. Die Touristen in einem kanadischen Neubauort à la Walt-Disney-World beobachten und dabei Starbucks-Kaffee trinken. Am Abend mit Antje, Jean und ihren Freunden im Cottage die kanadische Fassung von Stadt-Name-Fluss spielen und dabei Wein trinken. Tausend verschiedene Abstufungen der Pink-Tönen der kanadischen Ahorn-Blätter in den Erinnerungen verankern. Stundenlang am Panoramafenster von Antjes und Jeans Luxus-Chalet sitzen, lesen, Tee trinken und vom satten Grün des regennassen Herbstwaldes nicht genug bekommen.
Man höre und staune: Kanada ist das seenreichste Land der Welt: Seen mit einer Gesamtoberfläche von insgesamt rund 900.000 Quadratkilometern soll es hier geben, was etwa einem Drittel der weltweiten Süßwasservorkommen entspricht. Entsprechend werden rund 70 Prozent der in Kanada erzeugten elektrischen Energie mit Wasserkraft gewonnen. Kanada ist auch ein Land der Kälte: Etwa 60 Prozent der Landesfläche haben eine Jahresdurchschnittstemperaturen unter null Grad, mehr als 70 Prozent des Landes eine Januardurchschnittstemperatur von unter minus zehn Grad. Der St. Lorenz-Strom, die Lebensader im südlichen Kanada, ist im Winter drei bis fünf Monate zugefroren. Kanada ist im wahrsten Sinne des Wortes „multikulti“: 82 ethnische Gruppen mit 72 verschiedenen Sprachen leben hier. Dennoch ist das Land laut UNO das Land mit der besten Lebensqualität, die an Kriterien wie Lebenserwartung, Schulbesuch, Pro-Kopf-Einkommen oder Bildungsstand der Bevölkerung definiert wird. In Kanada ist einfach alles groß: Allein die Provinz Quebec ist mit 1,5 Millionen Quadratkilometern fünfmal so groß wie Deutschland, verfügt allerdings mit knapp 8 Millionen Einwohnern etwa über so viele Einwohner wie Niedersachsen. Gesamt-Kanada ist mit 10 Millionen Quadratkilometer das zweitgrößte Land der Erde und damit 33mal größer als Deutschland. Kanada als das zweitgrößte Flächenland der Welt hat dabei nur knapp über 35 Millionen Einwohner.

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bisher 1 Kommentar Eigenen Kommentar schreiben

  • 1. Yves  |  09.Dezember 2009 at 08:13

    Hallo Ihr beiden,

    Euer Blog ist einfach toll!

    Dank Euch habe ich mich eben entschlossen, demnächst auch nach Kanada zu reisen.

    Ich hoffe, Euch geht es gut.

    Liebe Grüße aus Verden/Aller,

    Euer Yves

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