Sommer in Kopenhagen
25.Juni 2009

Schnell nach der Ankunft im Kopenhagener Zentrum zeigt sich: Anders als andere Städte ist Kopenhagen als Reiseziel in der mitteleuropäischen Wahrnehmung völlig unterbewertet. Jung, entspannt, hell, freundlich, lässig und modern lernen wir die Stadt der kleinen Meerjungfrau kennen. Mit kostenlosen Leihrädern – Ausleihe nach dem Einkaufswagenprinzip – lässt sich die dänische Metropole entspannt erkunden. Sie erstreckt sich über eine größere Fläche, als erwartet. Im Krieg kaum zerstört, schafft historische Bausubstanz fast überall Wohlfühlatmosphäre. Flüsschen und Kanäle, Strände und befestigte Uferpromenaden, Yachthäfen und Containerschiffe, das Kreischen der Möwen sowie Geruch von Meer signalisieren Urlaub. Rockfestivals in der Innenstadt, freundliche Menschen überall – vom Busfahrer, Vermieter, Eisverkäuferinnen oder Kellnerinnen – überzeugen uns vom skandinavischen Lebensgefühl.
Nein, ganz oben auf der Prioriätenliste stand Kopenhagen vor der Reise ganz bestimmt nicht. Auch wenn europäische Städtereisen dank Easyjet inzwischen ein Kinderspiel sind, die Entscheidungsfindung angesichts eines Überangebots an sommerlichen Reisezielen ist alles andere als easy. Erst recht nicht Mitte Dezember, wenn die Flucht aus Berlin ein natürlicher Reflex ist. Wohin reisen, im Juni, zu Beginn der heißesten Zeit des Jahres? Ins sonnenüberflutete Sizilien? Oder schwitzend durch Thessaloniki stapfen? Oder sich nächtens schlaflos in einer aufgeheizten spanischen Finca hin und her wälzen? Reflexartig kommen nördliche Gefilde in den Fokus: Skandinavien als ideales Ziel. Also, auf nach Kopenhagen.
Artikel gespeichert unter: Im Ausland, Städtewanderung












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