Der Bodensee

Hat er gute Laune, lässt er den Besucher großzügig einen Blick auf sein malerisches Hinterland werfen, präsentiert stolz die umliegenden Bergketten und gegenüberliegenden Landschaften. Im Sommer teilt er großzügig seinen ganzen Besitz mit Tausenden von Seglern und Schwimmern.
Im Winter lockt er Spaziergänger und Wanderer in Scharen zu sich ans Ufer und lässt sie sein Wasser umrunden. Und immer erzählt er dabei Geschichten. Jeden Tag mit noch nie gesehenen Bildern und unbekannten Farben. So freigiebig er bei guter Laune, so knauserig ist er bei Trauer oder Wut. Gnadenlos verstellt er dann sein gütiges Gesicht und verhüllt alles Schöne, Bunte und Wohlgeformte. Obendrein legt er einen dichten Nebel auf die Schultern der Neugierigen. An solchen Tagen lässt er nur wenige an sich heran. Die engsten Anwohner gehören dazu, ebenso wie Enten und Angler, Läufer, Hunde und deren Besitzer. Ein paar Tage verharrt er im Grollen. Er hadert leise und behäbig oder zürnt stürmisch und grimmig. Und menschengleich strahlt er tags darauf wieder mit voller Kraft, als könne er kein Wässerchen trüben.
bisher 1 Kommentar 01. April 2009




