Monatsarchiv für Februar, 2007

Landpartien. Für Berliner. An einem perfekten Sonnabend.

Willkommen im Wochenende, Berliner. Was tun, an einem Sonnabend? Einem Sonnabend, der schon am Morgen danach aussieht, ein perfekter Sonnabend zu werden? Gas geben. Land gewinnen. Brandenburger Land gewinnen.Zwischen den Welten pendeln. Welten, die unterschiedlicher kaum sein können: Die Welt Berlin. Die Welt Brandenburg. Raus aus der sonnenbestrahlten gelb-grauen Häuserschlucht namens Prenzlauer Allee. Hinein in eine volle, leere Weite namens Schorfheide. Das Radio bespricht Kinderbücher aus Indien. Im Gegensatz zu Indien sieht man in der Schorfheide keine Menschen. Nicht, wenn man über das Land fährt. Nicht in den sonnenbestrahlten gelb-grauen Dörfern. Nicht auf dem Dorfanger. Nicht vor den Häusern. Leer: Die Schorfheide ist menschenleer. Voll: Die Schorfheide ist ausdrucksstark, eindrucksvoll. Wälder, Seen, Wiesen, Felder, Kühe, endlose Alleen. Das Auto am Waldrand stehen lassen. Natur. Luft. Sauerstoff-Overkill. Kälte, die in die Ärmel kriecht. Geruch nach modrigem Holz und frischen Kiefernadeln. Nasser Boden, der unter den Schuhen quietscht. Zwitschernde Vögel. Knackende Wipfelkronen. Vereiste Pfützen. Moorastige Uferlandschaft. Geschichten erzählende Baumrinden am Boden. Weggeworfener Hausrat neben dem Weg. Ein Hochstand am nächsten. Baumkronen, die sich im Wasser spiegeln. Riechen. Sonne auf der Nasenspitze spüren. Auf Moos laufend. An den Händen fassend. Kleinigkeiten entdeckend. Und am Abend dieses perfekten Sonnabends – volltrunken von Eindrücken – nach Berlin zurückkehrend.

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bisher 1 Kommentar 25. Februar 2007

Es riecht nach Frühling.

himmel über brandenburg

Heute liegt er zum ersten Mal in der Luft, der Geruch nach Frühling. Ein Fest, dieser Moment. Jahr für Jahr verankert er sich aufs Neue wohlig-orange in der Erinnerung. Der Frühlingsgeruch - es gibt ihn, genauso, wie es einen eigenen Sommer-, Herbst- und Wintergeruch gibt. Jede Jahreszeit hat ihren spezifischen Duft. Es sind nur Nuancen. Aber die machen den Unterschied. Man erkennt sie sofort: Im Sommer sind es frisches Gras, trockene Straßen oder die Spuren von Sonnencreme, die die Luft bestimmen. Der Duft von trockenen Kiefernnadeln. Oder von Meerwasser. Das ist Sommer. Und weckt Kindheitserinnerungen an die ersten Sommertage, an denen die Mutter endlich Sommerkleid und Kniestrümpfe erlaubte. Im Herbst dagegen: Der modrige Geruf von nassem Laub. Feuchte Straßen und Wege, die nach Sprühregen riechen. Oder nach Boten des ersten Frosts in kalter beißiger Luft. Und manchmal riecht der Herbst golden, nach klarem, kaltem Himmel, dem Vorboten des Winters. Heute jedenfalls riecht es nach Frühling. Nach vorsichtigen, ersten Sonnenstrahlen. Nach kaltfrischer Luft. Nach feuchtem Waldboden. Die letzten Pfützen noch gefroren. Raureif, der das hohe, braune Gras verziert. Nichts hat uns in der Stadt gehalten. Draußen, in Brandenburg, kann man schon am Ufer des Sacrower Sees sitzen. Aufs Wasser schauen. Den Kindern beim Fußball zusehen. Die Vögel zwitschern hören. Die Sonne scheint ins Gesicht. Vorsichtig warm. Vorfreude auf den Geruch des Sommers.

baumrieseschöne tapete

 


bisher 1 Kommentar 18. Februar 2007


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